Vergangenes Wochenende war ich beim “Finest Spirits Festival” im MVG Museum in München. Vor dem Eingang bot sich dem gemeinen Museumsbesucher sicherlich ein ungewohntes Bild. Fast ausschließlich Männer standen mit kleinen Schnaps-Gläschen und dicken Zigarren vor den Securities und philosophierten über Spirituosen. Dazwischen hatten sich auch zwei Frauen verirrt. Ich war ziemlich gespannt, was mich wohl drinnen erwarten würde. Die 20 € Eintritt wurden mit einem Degustier-Gutschein für vier hochprozentige Spezialitäten vergütet. Also nix wie rein.
Von Raumdesign halten die Spirituosen-Marken wohl nicht sehr viel. Einzig der Ron Zacapa-Stand kam optisch einer Zigarrenlaunch nahe. Egal, die ersten Probiererle sollten darüber hinwegtrösten. Es ging über 15, 23 und 25 Jahre alten Zacapa Rum (23 Jahre war sehr lecker) zu Talisker, dann zu Obstbränden und wieder zurück zum Rum. Danach stand Woodka auf dem Programm, ein mit natürlichen Aromen versetzter Wodka, der bräunlich schimmernd wohl an Holz erinnern soll. Nach ungefähr zehn Stamperln kamen wir zu “The Duke”, einem Gin der in der Barerstrasse in München destilliert wird. Den mussten wir als Lokalpatrioten natürlich probieren. Wacholder und Lavendel stiegen in die Nase, etwas stärker als bei allen Gins, die ich bisher getrunken habe, aber dennoch lecker und ausgewogen. Laut Daniel Schönecker, einem der Macher, hat das einen simplen Grund. Gin wird zu 80% als Mix-Getränk konsumiert und weil sie Gin lieben, sollte man ihn auch mit Tonic und einer kleinen Scheibe Zitronenschale noch schmecken können. Und da wir nun schon mal vor Ort waren, haben wir uns auch von der Mischung überzeugt. Es funktioniert.
Um den Geschmack direkt vergleichen zu können, probierten wir noch Monkey47, Gin aus dem Schwarzwald, und Pink 47, ein Dry Gin aus London.
Irgendwie war mittlerweile alles lecker und der Geldbeutel saß entsprechend locker. Meine Hausbar ist nun um drei Gin-Sorten reicher.
Wer selbst Barkeeper ist, mixt oder damit anfangen möchte, sollte mal bei
Cocktailian vorbeischauen. Das
Bar-Handbuch ist genial und das professionelle Barzubehör umfangreich und hochwertig.
Auf jeden Fall war es ein ungewöhnlicher, aber genialer Abend, der nicht mit dem Verlassen des Festivals endete.